Eine klassische MINT-Ausbildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gilt lange als Fundament für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn. Doch im letzten Jahrzehnt hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass reines Fachwissen allein nicht mehr ausreicht, um die komplexen Herausforderungen der künftigen Arbeitswelt zu meistern. In einer Zeit, in der die Wissensentwicklung extrem rasant verläuft und spezifisches Faktenwissen schnell veraltet, treten Zukunftskompetenzen wie Problemlösungskompetenz, Teamfähigkeit und insbesondere Kreativität immer stärker in den Vordergrund.

"MINT-Kenntnisse allein reichen in der Regel nicht aus, um neue Ideen und Innovationen zu generieren und zu realisieren."

Dr. Jens-Peter Knemeyer

Dr. Jens-Peter Knemeyer

Pädagogische Hochschule

Um diese Lücke zu schliessen, wird das MINT-Konzept zunehmend durch die Integration von Kunst erweitert. Aus MINT wird MINKT (MINT + Kunst), beziehungsweise STEAM (Science, Technology, Engineering, Art, Maths) im englischsprachigen Raum. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass Kreativität und naturwissenschaftlich-technisches Interesse weitaus stärker miteinander verknüpft sind, als allgemein angenommen wird. So weisen gute Leistungen im MINT-Bereich und kreatives Potenzial eine deutliche Korrelation auf.

Ein Schlüssel zur Motivation junger Frauen

Besonders grosses Potenzial birgt der kreative Zugang für die Motivation von Mädchen und jungen Frauen. Gerade im Informatik- und Technikbereich sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert, was gravierende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen nach sich zieht. Die Einbettung von technischen Themenstellungen in eher weiblich assoziierte Kontexte wie Kunst oder Mode erweist sich hier als vielversprechender Ansatz.

"Mädchen und Frauen, die sich selbst als kreativ einschätzen, interessieren sich besonders für Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik. Sie lassen sich gerade mit kreativen Angeboten von der Welt des Programmierens begeistern."

Prof. Dr. Nicole Marmé

Prof. Dr. Nicole Marmé

Pädagogische Hochschule

Praktische Erfahrungen aus landesweiten Programmen wie den "Girls' Digital Camps" bestätigen diesen Ansatz: Die Teilnehmerinnen lassen sich deutlich stärker für Informatikthemen motivieren, wenn diese über einen künstlerisch-kreativen Weg vermittelt werden. Die Kombination aus Handwerk, Problemlösung und gestalterischer Freiheit baut Barrieren ab und fördert gleichzeitig die entscheidenden Zukunftskompetenzen.

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